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| Abfallseide |
| Die Abfallseide erklärt sich eigentlich selbst: Beim Abhaspeln der Seidenkokons entstehen Abfälle - aber aus reiner Seide! Deshalb verspinnt man auch sie, und zwar zu Schappe-Seide, auch Florett-Seide genannt. Diese glänzenden, festen Garne dienen entweder als Nähseide oder sie werden zu durchaus edlen Seidenstoffen verwebt. Was wiederum in der Schappespinnerei noch abfällt, wird zu noppiger Bourette-Seide verarbeitet. |
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| Alpaka |
| Alpaka heißt ein kleines Lama, das in den extremen Klimazonen der südamerikanischen Anden in bis zu 4000 m Höhe lebt. Alle zwei Jahre wird sein Edelhaar zum Teil abgeschoren und von Hand in bis zu 22 Farben sortiert. Es glänzt seidenartig, ist sehr fein, weich, leicht und dabei außerordentlich wärmend. Alpaka wird zu Decken, Loden und anderen Bezugsstoffen verarbeitet. |
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| Atlas |
| Der Atlas gehört zu den edelsten Stoffen überhaupt, zumal wenn er, wie ursprünglich, aus reiner Seide gewebt wird. Sein Name leitet sich vom arabischen Wort für "glatt" beziehungsweise "fein" her. Die Atlas-Bindung lässt beim Kett-Atlasauf der Oberfläche des Stoffes nur die dicht zusammengeschobenen Kettfäden sichtbar werden - beim Schuss-Atlas nur die Schussfäden. So entsteht ein fast spiegelglattes, glänzendes, weiches Gewebe. Übrigens: Der französische Begriff Satin bezeichnet genau denselben Stoff! |
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| Bastseide |
| Bastseide ist eigentlich ein anderes Wort für Grège oder Rohseide und hat weder mit Bast noch mit Bastfasern im eigentlichen Sinn etwas zu tun. Sie ist noch mehr oder weniger glanzlos und hart, weil ihr der "Seidenbast", das Serecin, noch anhaftet. Man spricht treffender auch vom "Seidenleim". Behandelt man Bastseide mit heißer Seifenlauge, erhält man die teilentbastete Souple-Seide. Kocht man sie zweimal darin ab, entsteht die völlig entbastete, glänzende und geschmeidige Cuite-Seide |
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| Baumwolle |
| Die Baumwolle wurde so benannt, weil sie auf Bäumen wächst - auf den bis zu zwei Meter hohen Büschen des Malvengewächses Gossypium, besser gesagt. Es gedeiht nur zwischen 41° nördlicher und 28° südlicher Breite. Acht bis neun Monate nach Aussaat öffnen sich die Fruchtkapseln und die weißen Samenfasern quellen heraus. Die Inder waren wohl die ersten, die auf die Idee kamen, sie zu verspinnen und zu verweben: Das älteste Fragment eines Baumwollgewebes, aus der Zeit um 3000 vor Christi Geburt, wurde am Indus gefunden. Der Siegeszug der Baumwolle zur mit 46 Prozent meistverarbeiteten Faser der Welt begann aber erst mit der Erfindung der Spinnmaschine im 18. Jahrhundert. Ihre vielen guten Eigenschaften machen sie universell einsetzbar: Baumwolle lässt sich ausgezeichnet spinnen und färben, ist sehr reißfest, scheuerfester als Wolle, widerstandsfähig gegen Hitze, lässt sich gut rauhen und lädt sich nicht elektrostatisch auf. Durch Mercerisieren kann ihr dauerhafter Glanz verliehen werden. |
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| Bourette-Seide |
| Bourette-Seide ist reine Seide, aber eine Abfallseide aus den Überbleibseln der Schappe-Seide. Bourette-Garne sind matt, unregelmäßig und noppig und werden häufig zu Dekostoffen verwebt. |
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| Brokat |
| Der Brokat zählt zu den reichsten und kunstvollsten Geweben überhaupt. Das Wort leitet sich vom italienischen "broccato" für "gestickt" ab. In Italien wurde er denn auch entwickelt, aus dem Damast heraus. Echter Brokat zeigt aufwendige, mehrfarbige Muster aus Seide und ist - das ist das Besondere! - zusätzlich von glitzernden Metallfäden durchzogen. Ursprünglich nur im Schuss, wie bei einem Broché. Im Mittelalter benutzte man dazu den so genannten "cyprischen Goldfaden", für den schmale Streifen aus Darm mit Goldauflage um eine Leinen- oder Seiden-Seele gewickelt wurden. Erst Ende des 15. Jahrhunderts kamen echte Edelmetallfäden auf - aus gelber oder weißer Seide, umsponnen von einem Gold- oder Silberlahn. Das Nonplusultra der Brokatwebkunst waren die Samtbrokate des 15. und 16. Jahrhunderts, eine handwerkliche Höchstleistung - besonders wenn man bedenkt, dass sie von Hand in zahllosen Arbeitsstunden am Zampelwebstuhl hergestellt wurden, und erst in neuerer Zeit dann am Jacquard-Webstuhl. |
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| Cord |
| Cord - englisch für "Schnur" oder "Kordel" - wird allgemein als Bezeichnung für Cordsamt verwendet. Dieser Schuss-Samt entsteht in der so genannten Hohlschusstechnik mit frottierenden Schussfäden. Werden sie später aufgeschnitten, bilden sich die typischen, längslaufenden Flor-Rippen. Cord ist - meist aus Baumwolle gefertigt - ein strapazierfähiger Bezugsstoff. |
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| Damast |
| Der Damast - jener Luxusstoff, aus dem sogar in der einfarbigen Version die rankenden Muster geradezu plastisch hervorzutreten scheinen - wurde, wie so viele Gewebe, vor langer Zeit in China erfunden. Das älteste bekannte Original stammt aus der Tang-Zeit. Obwohl die Chinesen die Herstellungweise des schillernden Stoffes zunächst nicht preisgaben, handelten sie doch mit ihm. Und so gelangten auf den Pfaden der Seidenstrasse im Laufe der Jahrhunderte die ersten Stoffbahnen und später auch ihr Fabrikationsgeheimnis bis nach Europa. Als in der Renaissance der Damast dann in Italien auftauchte, traf er genau den Nerv der Zeit: Alles, was mit Raum und Tiefe, mit perspektivischen und plastischen Effekten zu tun hatte, wurde erforscht und war "in". Räume erhielten Stuckornamente, Möbel wurden mit Reliefschnitzereien verziert. Klar, dass dieser neuartige Stoff mit seinem fast dreidimensionalen Muster sofort ein Modehit wurde. Man importierte ihn via Damaskus, daher sein Name. Doch nicht lange, denn die italienischen Seidenweber - vor allem ihre Elite in Lucca - adaptierten die Technik in Windeseile. Und sie entwickelten die Damastweberei zu großer Blüte. Die Nachfrage seitens Adel und Klerus war enorm, schließlich gab es neuerdings gepolsterte Thronstühle und Himmelbetten, für die man reichlich Metragen brauchte. Damals wie heute ließen die Weber die Motive - berühmt wurden die "Granatapfel-Stoffe“ - durch einen Bindungs-Wechsel hervortreten: Das Muster wird in Schuss-Atlas und der Fond in Kett-Atlas gewebt, auf der Geweberückseite erscheint es umgekehrt. Den Rest der faszinierenden Wirkung besorgt das Licht. Echten Damast kann man an den regelmäßigen, feinstufigen Konturen der Motive erkennen. Ebenso an seiner sich reliefartig werfenden Oberfläche, die sich nur durch Spannen, zum Beispiel beim Polstern, glättet. Bei Leinen-Damast fällt letzteres allerdings weniger auf wie bei Seiden-Damast. |
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| Doupion-Seide |
| Doupion-Seide heißen genau genommen nur diejenigen Seidenstoffe, die aus Fäden von Doppelkokons gewebt wurden und kleine Unregelmäßigkeiten haben - obwohl sie aus Maulbeerseide und nicht aus Wildseide bestehen. Es kommt jedoch vor, dass auch die geflammten Shantung-Seiden so bezeichnet werden. |
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| Elastan |
| Elastan - eine Chemiefaser aus 85 Prozent segmentiertem Polyurethan - gibt Stoffen Elastizität. Sie kann um ihr Dreifaches gedehnt werden, und springt sofort wieder nahezu in die ursprüngliche Länge zurück. |
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| Flachs |
| Flachs heißt die Lein-Pflanze, aus der man die Leinenfasern gewinnt, ab dem Zeitpunkt, an dem sie braun wird, also etwa ab der Erntezeit. |
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| Flanell |
| Der Flanell ist ein weicher Stoff, vorwiegend aus Baumwolle oder Schurwolle in Leinwand- oder Köper-Bindung gewebt und auf einer oder beiden Seiten etwas aufgerauht wird. Wollqualitäten werden zusätzlich gewalkt, klassisch sind sie als Melange im typischen Flanellgrau. Flanelle sind vergleichsweise leicht, aber dennoch wärmend und saugfähig. |
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| Gabardine |
| Der Gabardine wird - egal aus welchen Fasern - immer in Köper-Bindung gewebt. Es handelt sich um einen feinfädigen, dicht eingestellten Stoff mit klar erkennbaren, steilen Graten, der sich meist durchaus als Bezugsstoff eignet. Als "echter" Gabardine gilt der gleichseitige, vierschäftige Köper, dessen Grat von links unten nach rechts oben verläuft. |
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| Halbkammgarn ( |
| Das Halbkammgarn hat das feine, glatte Aussehen des Kammgarns und ist doch so bauschig wie ein Streichgarn, weil es beim Spinnen weniger Kämmprozesse durchläuft. |
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| Halbleinen |
| Halbleinen ist der vom Textilkennzeichnungsgesetz geschützte Begriff für Gewebe mit einer Kette aus reiner Baumwolle und einem Schuss aus reinem Leinen, wobei der Leinenanteil mindestens 40 Prozent des Gesamtgewichts ausmachen muss. Sie besitzen deshalb die positiven Eigenschaften von Baumwolle und Leinen, sind glatt und mattglänzend, weitgehend fusselfrei, saugfähig, sehr strapazierfähig und gut waschbar. Daher wird die Halbleinenkombination hauptsächlich für Bett-, Bad-, Tisch- und Küchenwäsche verwendet. |
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| Hanf |
| Der Hanf, die Stängelfaser der Hanfpflanze Cannabis sativa, hat bei uns in den letzten Jahrzehnten ein Schattendasein geführt, obwohl er in früheren Jahrhunderten recht verbreitet war und zu den ältesten Kulturpflanzen zählt. In China soll Kaiser Chen-Nung schon um 2800 vor Christus den Hanfanbau gelehrt haben, spätestens im 5.Jahrhundert vor Christus war er auch den Germanen bekannt. Außer den Textilfasern liefert Hanf ein wertvolles Öl, aus dem auch Seife und Firnis gemacht werden kann, ein sehr nährstoffreiches Mehl und verschiedene medizinische Wirkstoffe. Wegen des Rauschmittels Haschisch, das aus dem Harz der weiblichen Hanfpflanzen gewonnen werden kann, kam es in Deutschland zu einem Anbauverbot. Die hellen Fasern werden wie beim Leinen durch Rösten, Brechen und Schwingen aus den Stängeln gelöst. Fasern von weiblichen und männlichen Pflanzen unterscheiden sich in der Feinheit. Hanf ist etwa 20 Prozent reißfester als Leinen, kann zwölf bis 30 Prozent Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen und ist ausgesprochen widerstandsfähig gegen Nässe. Die feineren, zum Verspinnen und Weben geeigneten Sorten wachsen heute in Algerien, Italien und Spanien. |
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| Haspelseide |
| Haspelseide heißt die endlose, von mindestens fünf und höchsten 30 Kokons abgehaspelte, das heißt also abgewickelte, Seide. Diese etwa 1000 Meter langen Seidenfasern ergeben entbastet den edelsten und teuersten Seidenfaden, der auch "Reale Seide" genannt wird. |
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| Honan-Seide |
| Die Honan-Seide trägt den Namen ihrer chinesischen Heimatprovinz. Sie zählt zu den Wildseiden, hat aber nur im Schuss Flammen und Verdickungen, während die Kette aus glatter Haspelseide besteht. Typisch ist die trockene, knirschende Haptik. |
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| Jacquard |
| Der Jacquard ist ein aufwendig gemusterter Stoff, der nur auf einem Webstuhl mit Jacquardmaschine hergestellt werden kann. Erfunden hat sie 1805 der Lyoner Seidenweber Joseph Marie Jacquard, der damit einen Wettbewerb um 3000 France gewann und die gesamte Weberei revolutionierte. Während bei den so genannten Schaftgeweben die Kettfäden nur gruppenweise bewegt werden können und deshalb der Musterrapport relativ eng begrenzt ist, kann die Jacquardmaschine jeden Kettfaden einzeln steuern. Dies ermöglicht großflächige Muster, die sich, wie etwa bei Damasten, über die gesamte Stoffbreite ausdehnen können. Vor dieser Neuerung gab es zwar auch schon grossmustrige Gewebe, aber sie mussten mühevoll am Zampelwebstuhl gefertigt werden, wo kleine Zampeljungen die einzelnen Fäden bewegten. Bei der Jacquardmaschine übernahmen dies erstmals Lochkarten und Platinen, die, einmal angefertigt, ein vergleichsweise schnelles Handweben erlaubten. Später wurde die Technik für die mechanischen Webstühle übernommen und auch die heutigen, mit Computer-Technologie gesteuerten Jacquard-Webmaschinen arbeiten noch nach dem gleichen Prinzip. |
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| Jersey |
| Der Jersey - benannt nach seiner Heimat, der englischen Kanalinsel Jersey - ist eine feine Wirkware. Ursprünglich wurde er aus Wolle gefertigt und leicht gewalkt. Heute wird der elastische Strickstoff meistens aus Baumwolle oder Baumwollmischungen hergestellt. Jersey ist der klassische T-Shirt-Stoff - seitdem jedoch elastische Bezüge im Polstermöbelbereich auftauchen, beginnt er auch da eine Rolle zu spielen. |
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| Jute |
| Die Jute ist die Stängelfaser zweier ostindischer Lindengewächse, der Rundkapsel-Jute Chorchorus capsularis und der Nalta-Jute Chorchorus olitorius. Das Wort Jute entstand aus einem Mix des Englischen mit indischen Dialekten und bedeutet bezeichnenderweise "Haarstrang". Die Fasern werden wie beim Leinen durch Rösten, Brechen, Schwingen und Hecheln gewonnen. Jute ist gut und leuchtkräftig zu färben, verträgt aber Nässe und Wärme schlecht, neigt aufgrund ihres hohen Anteils an Holzsubstanz sogar zum Faulen. Durch Waschen und Walken kann man ihr jedoch eine edlere Optik und Haptik verleihen, die an eine Mischung aus Wolle und Leinen erinnert. Klassische Jutegewebe sind Rupfen, Hessian und Bagging. Sie wird auch als textiles Rückengewebe für Tuftingteppiche, Teppichböden und Linoleumbeläge verwendet |
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| Kamelhaar |
| Das Kamelhaar zählt zu den Edelhaaren - wenn es vom zweihöckrigen, asiatischen Trampeltier stammt, und nicht vom nordafrikanischen, einhöckrigen Dromedar, dessen grobes Haar nur für Teppiche in Frage kommt. Hochwertiges Kamelhaar kommt also aus Westchina oder der Äußeren Mongolei. Auf heiße Tage können dort frostige Nächte folgen, das Fell der Kamele bildet deshalb einen Wärmepuffer, der sie gegen Kälte genauso wie gegen Überhitzung isoliert. Nach dem Winter verlieren die Trampeltiere ihre Haare büschelweise. Sie werden gesammelt und vom steifen Grannenhaar befreit. Übrig bleibt das weiche, sehr feine, stark gekräuselte und derb geschuppte Flaumhaar. Daraus lassen sich voluminöse und dennoch sehr leichte Flauschgewebe mit hervorragendem Wärmerückhaltevermögen herstellen. Da von einem Tier nur etwa fünf Kilogramm Haar gesammelt werden können, liegt der Preis recht hoch. Noch teuerer ist das superfeine und fast weiße Babyhair der jungen Tiere, die zum ersten Mal die Wolle abwerfen. Um Kamelhaarstoffe erschwinglicher zu machen, wird häufig eine Kette aus Merinowolle und Kamelhaar nur im Schuss verwendet, wobei die eigentliche Nutzschicht des Gewebes dann immer noch das begehrte Kamelhaar ist. |
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| Kammgarn |
| Kammgarn ist im Gegensatz zu Streichgarn fein und glatt, fest gedreht, mit sehr gleichmäßiger Oberfläche. Es besteht nur aus relativ langem Fasermaterial, bei Wolle zwischen 60 und 120 Millimetern. In mehrfachen Kämmprozessen werden alle Kurzfasern ausgeschieden. Deshalb lässt es sich zu extremer Feinheit ausspinnen, ist aber eben auch entsprechend teurer als Streichgarn. Die ersten Kammgarne waren aus Wolle, man kann sie aber auch aus Chemiefasern oder Mischungen herstellen. Übrigens: Rein wollenes Kammgarn glänzt von Natur aus! |
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| Kaschmir ( |
| Kaschmir oder Cashmere heißt das kostbare Edelhaar der Kaschmir-Ziege. Sie bewohnt die gleichnamige Gebirgslandschaft im Himalaja und Karakorum und wird auch im Iran und in Afghanistan gehalten - in bis zu 4000 Metern Höhe! Im Winter überdeckt die grobe Oberwolle, die so genannten Grannen, die begehrte Unterwolle. Im Frühjahr stoßen die Ziegen beides ab, zum Teil werden sie auch mit groben Holzkämmen ausgekämmt. Die Kunst liegt nun darin, die Grannen möglichst gründlich auszusondern. Übrig bleiben pro Tier nur etwa 50 bis 150 Gramm Flaumhaar, das weiß, grau, braun oder sogar schwarz sein kann. Es ist unübertroffen fein (14,5 bis 19 Micron), weich, geschmeidig, federleicht und dabei seidig glänzend. Eine der teuersten und rarsten Fasern, mit nur etwa einem Siebzigstel Prozent am gesamten Faserverbrauch der Welt. Tuche und Flauschstoffe aus Kaschmir haben einen unverwechselbaren, fast seifig-weichen Griff. Vielfach wird das Edelhaar jedoch mit Merinowollen gemixt, um preiswertere und strapazierfähigere Waren, zum Beispiel Möbelbezugsstoffe, zu erhalten. |
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| Lambswool |
| Lambswool nennt man die besonders weiche und schmiegsame Wolle der ersten Schur eines jungen Schafes. |
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| Leinen |
| Das Leinen ist die Stängelfaser der Lein- beziehungsweise Flachspflanze Linum usitatissimum - eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Funde in Pfahlbauten aus der jüngeren Steinzeit zeigen, dass Leinen schon in der Vorgeschichte eine Rolle spielte. Für die alten Ägypter war weißes Leinen ein Symbol der Reinheit, sie kleideten des halb Priester damit und hüllten Mumien darin ein. Später, im 12. und 13. Jahrhundert war Deutschland im Flachsanbau führend. Mitte des 19. Jahrhunderts lief die preiswertere Baumwolle dem Leinen zwar mengenmäßig den Rang ab, seine Qualitäten bleiben dennoch unerreicht: Es ist sehr gut verspinnbar, ein hervorragender Wärmeleiter, also kühlend bei Hitze, sehr reißfest, kaum elektrostatisch, aber schmutzabweisend und bakterienhemmend, sehr saugfähig, unempfindlich gegen Laugen, also kochfest, nicht flusend, im Griff kühl und trocken und von Natur aus seidig glänzend. Nur ein kleines Problem gibt es: Leinen knittert - doch es knittert edel, finden alle seine Fans, und es wird dadurch nur noch charaktervoller. Heute wird es zu Tisch- und Bettwäsche ebenso verarbeitet wie zu Dekostoffen, Inbetweens und Möbelbezugsstoffen. Und dabei ist die aufwendige Prozedur der Fasergewinnung immer noch dieselbe wie einst, nur dass heute Maschinen die härtesten Arbeiten übernehmen, die früher übrigens nur von Frauen ausgeführt wurden. Geerntet, das bedeutet mit den Wurzeln ausgerauft, wird der Lein - sobald er braun wird, nennt man ihn Flachs - kurz vor der Samenreife. Zur Röste bleibt er noch ausgebreitet auf den Feldern liegen oder er wird in Wasserbecken eingeweicht. Bakterien und Pilze beginnen dabei, die Stängel anzulösen. Beim Riffeln entfernt man die Fruchtkapseln, bevor dann durch Brechen und Schwingen die Fasern wie beim Korndreschen von der Stängelspreu getrennt werden. Das Hecheln entfernt zuletzt die minderwertigen Kurzfasern und legt die goldbraunen Flachsfasern parallel. Aus ihnen wird das Rohleinen gesponnen und gewebt. Will man reines Weiss, muss es noch gebleicht werden. Übrigens: Im alten Ägypten stellte man von Hand Leinengewebe von solcher Feinheit her, wie sie bis heute maschinell kaum erreicht werden kann - und nannte sie "gewebte Winde"! |
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| Merino |
| Merino nennt man die Wolle des Merino-Schafs und die daraus hergestellten Stoffe. Meist handelt es sich dabei um hochwertige Kammgarnwaren, denn Merinowollen zählen zu den feinsten Wollqualitäten überhaupt. Schon etwa 700 nach Christus gelang den Mauren in Spanien die Zucht des Merinoschafs als Kreuzung aus ihrem heimischen "Kupferschaf" und dem "Römerschaf", das die Römer in langen Züchterbemühungen hervorgebracht hatten. Der berühmte Kapitän Mac Arthur brachte die neue Rasse Ende des 17. Jahrhunderts über Südafrika bis nach Australien - und ein Siegeszug um die ganze Welt begann. Nicht nur wegen der Feinheit ihres Haars und der überraschenden Genügsamkeit der Tiere, sondern auch wegen der enormen Wollmengen, die sie liefern: während ein Schaf in Deutschland vier bis fünf Kilogramm Wolle pro Jahr gibt, kann es ein Merinoschaf als Spitzenwert auf bis zu zehn Kilogramm bringen! Übrigens: Das würde für zehn Herrenanzüge reichen. |
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| Mischgewebe |
| Mischgewebe bestehen häufig aus Mischgarnen beziehungsweise aus Garnen verschiedener Fasertypen. |
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| Mischgarne |
| Mischgarne bestehen aus verschiedenen Fasern, zum Beispiel einer Naturfaser wie Baumwolle und einer Chemiefaser wie Polyester. Beide Faserarten - manchmal sind es auch drei oder vier - werden bereits vor dem Verspinnen gemischt und dann zu einem einheitlichen Garn ausgesponnen. |
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| Mohair |
| Mohair heißt das wertvolle Edelhaar der Angora-Ziege, die aus Kleinasien stammt, heute aber hauptsächlich in Südafrika und Texas gezüchtet wird. Sie trägt nicht nur ein imposantes Gehörn und einen langen Ziegenbart, sondern auch ein langes, gelocktes, weißes Fell. Jedes Tier gibt pro Jahr etwa vier Kilogramm dieser von Natur aus glänzenden Wolle. Ein einzelnes Haar kann bis 25 Zentimetern lang sein. Kürzer, aber noch feiner und zarter ist das Kid-Mohair der Jungtiere. Doch auch das Mohair der erwachsenen Tiere ist leicht, weich, schmiegsam und sehr wärmend. Es hat praktisch alle Eigenschaften der Schafwolle, bis auf eine: es filzt nicht. Beim Mohair-Velours, einem der hochwertigsten und strapazierfähigsten Möbelbezugsstoffe überhaupt, ist dies ein enormer Vorzug. Der geprägte Utrecht-Samt ist eine geradezu schillernde Nobelvariante des Mohair-Velours. Die IMA - "International Mohair Association" - mit deutschem Sitz in Wuppertal vergibt an Velours mit 100 Prozent Mohair im Flor ein goldenes Gütesiegel. |
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| Musselin |
| Der Musselin - es gibt auch die französische Schreibweise Mousseline - wird aus Baumwolle, Viskose und auch Wolle gewebt. Charakteristisch sind seine lose eingestellte Leinwandbindung und das feine Garn. Er kommt uni oder bedruckt als leichter Dekostoff in den Handel. Übrigens: Musselin dürfte zu den ältesten Stoffarten zählen - seinen Namen hat er von der Stadt Mossul am Tigris. |
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| Mikrofasern |
| Mikrofasern gelten als die Chemiefasern der "vierten Generation" beziehungsweise der "Neunziger Jahre" des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich um Feinstfasern aus Polyamid, Polyester, Polyacryl, Viskose, Modal oder Propylen. Ihre Faserfeinheiten liegen in der Regel unter 1,0 dtex - die feinsten erreichen 0,3 dtex, bei noch extremeren Feinheiten spricht man dann von Supermikrofasern. Technisch setzte die Produktion von Mikrofasern eine Änderung der Spinnmasse und des Spinnverfahrens sowie eine Erhöhung der Spinngeschwindigkeit voraus. Erstmals gelang dies um 1980 in Japan. Grundidee der Forschungen war es, Spezialgewebe für Extrem-Sportarten zu entwickeln, die wasserdicht aber wasserdampfdurchlässig und zugleich sehr leicht sein sollten. Mittlerweile erleben Stoffe aus Mikrofasern als preiswerter Seiden-Ersatz ebenso wie als trendiges High-Tech-Material einen Boom ohnegleichen und haben neben der Mode auch den Interieurbereich erobert. Ihre Vorzüge: Leicht, weich, fließend, seidig, knitterfrei, wärmehaltend, wasserabweisend, sehr haltbar, pflegeleicht und nicht einlaufend. Und dafür sind keinerlei chemische Ausrüstungsverfahren erforderlich, deren Rückstände wiederum entsorgt werden müssten. Werden Mikrofasergewebe - auch in Baumwoll-Mischung - gesandet oder geschmirgelt, entsteht der begehrte "Pfirsichhaut-Effekt", der ohne die Feinstfasern nicht zu erreichen wäre. Übrigens: Ein rund um den Äquator geschlungener Faden der feinsten Mikrofasern würde gerade mal 450 Gramm wiegen! |
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| Naturseide |
| Häufig wird der Begriff Naturseide jedoch Irreführenderweise als Bezeichnung für solche Seidenstoffe verwendet, die eine besonders "natürlich" wirkende Optik haben wie etwa Wildseide oder Bourette-Seide. |
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| Patchwork |
| Patchwork heißt im Englischen eigentlich "Flickwerk". Für Decken, Kissen und Wandbehänge in Patchwork werden verschiedenste Stoffstückchen mosaikartig zusammengenäht, sodass daraus wieder ein Muster entsteht. Teilweise greifen Druckmuster oder Stoffe in Jacquardtechnik die Patchwork-Optik auf und imitieren sie - vor allem im Country-Style und bei Textilien für Kinder. |
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| Piqué |
| Der Piqué - es gibt auch die eingedeutschte Schreibweise Pikee - ist ein Gewebe mit reliefartiger und oft waffelähnlicher Oberflächenstruktur. |
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| Polyester |
| Polyester ist eine Chemiefaser. In der Chemie nennt man ein Molekül aus einer Säure und einem Alkohol "Ester". Das Kettenmolekül davon heißt dementsprechend Polyester, denn die griechische Silbe "poly" bedeutet "viel". Der Polyester, aus dem man Textilfasern spinnt, wird aus der Terephthalsäure und Ethylenglykol oder Cyclohexan-dimethanol hergestellt. Es entsteht zunächst ein glasklares Kunstharz, das dann bei 280º Grad Celsius geschmolzen und im Schmelz-Spinnverfahren zu Fasern - Filamenten oder Spinnfasern - ausgesponnen wird. Wie bei den Polyamiden können durch nachfolgendes Verstrecken und auch Texturieren verschiedenste Fasernvarianten mit unterschiedlichsten Eigenschaften entstehen. Allgemein sind Polyesterfasern besonders licht- und wetterbeständig, hochelastisch mit hervorragendem Knittererholungsvermögen und hoher Bauschkraft, leicht, wenig quellend, sehr gut plissierbar, leicht, fest - und sie neigen zum Pilling. Sie werden häufig für Gardinenstoffe, Seidenimitate und Seidenmischgewebe, wenig knitternde Wollmischgewebe, glänzende Viskosemischungen, knitterarme, scheuerfeste und pflegeleichte Baumwollmischgewebe sowie knitterreduzierte Leinenmischungen verwendet. Markennamen sind beispielsweise Diolen® oder Trevira®. Außerdem können Feinstfasern, Hochglanzfasern, Strechfasern, Filamentgarne mit Faseroptik, Schrumpffasern für Seersucker oder Cloqué, watteartige Füllfasern wie Dacron® und Fiberfill-Fasern für Füll-Vliese in Steppstoffen und -decken hergestellt werden. |
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| Popelin |
| Der Popelin - es kann auch die Popeline heißen - ist ein feiner Querrips. Er wird in Leinwandbindung mit hoher Kettdichte und niedriger Schussdichte gewebt, wobei auch ein etwas fülligeres Schussgarn gewählt wird. So entsteht eine dezente Rippenstruktur. Häufig besteht Popelin aus Baumwolle oder Baumwollmischungen, es gibt ihn jedoch auch aus hochwertigem Schurwollkammgarn - dann wird er auch Papillon genannt, vor allem in Frankreich. |
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| Reinleinen |
| Reinleinen ist die verbindliche Bezeichnung und Schreibweise für Textilien aus reinen Flachsgarnen. Der Anteil an anderen Fasern für Effekte oder Webkanten darf 15 Prozent des Gesamtgewichts nicht überschreiten. Dies legen der RAL (Ausschuss für Lieferbedingungen und Gütesicherung e.V.), das Textilkennzeichnungsgesetz TKG und die Internationale Leinen- und Hanfvereinigung so fest. |
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| Samt |
| Samt war und ist ein "Königsstoff". Nicht nur, weil er im Laufe der Geschichte immer von Kaisern und Königen für ihre Roben, Betthimmel und Thronpolster erwählt wurde, sondern auch weil er durch seinen Flor das erste Gewebe mit einer dritten Dimension war, bis heute nur Könner unter den Webern seine aufwendige Herstellung meistern und er mit seiner Brillanz und Geschmeidigkeit eben zu den Pretiosen unter den Stoffen zählt. Seine Wiege wird im Orient vermutet, von wo ihn die Venezianer importierten. Rasch adaptierten sie auch die Technik und gründeten bereits 1247 die erste Samtweberzunft. Italien wurde für Jahrhunderte führend in der Samtherstellung, wobei es sich immer um in Rutentechnik produzierten Ruten- beziehungsweise Kett-Samt handelte. Dafür wurde ein zweites Kettfadensystem notwendig. Diese Polkette wurde beim Weben über feine Metallstäbe in Schlingen gelegt, die man anschließend aufschnitt. Der Samt blieb in Europa bis ins 19. Jahrhundert der einzige Stoff, der nicht aus dem Schuss musterte. Ein regelrechter "Samtstil" beherrschte vom 15. bis ins 17. Jahrhundert die Stoffszene. Man entwickelte gemusterte und bedruckte Samte, Samte mit verschiedenen Florhöhen und Samte mit Mustern in anderen Bindungen wie den Genua-Samt. Die kostbarsten Kreationen der Spätgotik waren Seidensamte und der Samtbrokat. In der Renaissance entstehen dann sehr luxuriöse Seidenstoffe mit zusätzlichen Samtmusterungen. Aus den Niederlanden wird der geprägte Utrecht-Samt bekannt. Heute produziert man den Rutensamt im Prinzip noch genau wie einst, nur eben maschinell. Daneben gibt es mittlerweile auch die Doppelsamt-Technik: Auf einer Webmaschine werden zugleich zwei übereinander liegende Stoffbahnen gewebt, die Polkettfäden laufen zwischen beiden Geweben hin und her. Eine mitlaufende Schneidewalze schneidet sie in der Mitte auseinander, der Abstand der beiden Gewebe bestimmt die Florhöhe. Man webt inzwischen auch Schuss-Samte, bei denen Florschüsse zunächst auf der Oberseite der Ware flottieren und später aufgeschnitten werden, wie beim Cord. |
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| Schappe-Seide |
| Schappe-Seide ist eine Abfallseide aus der Grège-Fabrikation. Nichtsdestotrotz handelt es sich um hochwertige, reine Seide, die in der so genannten Schappeseiden- oder Florettseiden-Spinnerei zu Nähseide oder feinen Seidengeweben weiterverarbeitet wird. |
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| Schurwolle |
Als Schurwolle darf im Unterschied zur Sterblinkswolle oder Reißwolle nur die vom lebenden Schaf geschorene und erstmals verarbeitete Wolle bezeichnet werden.
Reine Schurwolle ist die vom Internationalen Wollsekretariat IWS festgelegte und geschützte Bezeichnung für Schurwolle vom lebenden Schaf. Der Schriftzug erscheint auf dem so genannten Schurwollsiegel und ist auch für Edelhaare zugelassen. Das Siegel dürfen nur Hersteller verwenden, die auf Antrag eine Lizenz dafür erhalten haben. Sie müssen eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen, die strengen Richtlinien einzuhalten - Testkäufe überwachen dies ständig, bei Verstößen kann die Lizenz entzogen werden.
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| Seide |
| Seide gilt als die edelste unter den Naturfasern. Ihr unerreicht edler Glanz, ihre Feinheit, Leichtigkeit, Geschmeidigkeit, Knitterarmut, Elastizität, Festigkeit und Isolationsfähigkeit machen sie einzigartig. Und auch die Entstehung der kostbaren Endlosfaser ist so beispiellos, dass man in Europa bis lange nach Christi Geburt mutmaßte, Seide wachse in China auf Bäumen oder sei das Haar eines exotischen Tiers - die lateinische Bezeichnung seta serica bedeutet denn auch "chinesisches Tierhaar". Die Chinesen produzierten Seide schon vor 5000 Jahren - und es gelang ihnen durch Androhung der Todesstrafe 3000 Jahre lang, das Geheimnis darum zu hüten. Die Seidenfabrikation beginnt mit einem Schmetterling, dem Seiden- oder Maulbeerspinner Bombyx mori. Unfähig Nahrung aufzunehmen, lebt er lediglich zwei oder drei Tage um an die 500 Eier zu legen. Daraus schlüpfen winzige, aber extrem gefräßige Raupen. Man hält sie schön warm, füttert reichlich mit Maulbeerblättern und kitzelt die hörbar schmatzenden Tierchen am Bauch, um ihre Fresslust noch zu steigern. Nach 35 Tagen sind sie neun Zentimeter lang und spinnen sich zur Verpuppung in einen Kokon ein. Den Faden dafür, eigentlich ist es ein Doppelfaden, drücken sie aus zwei Drüsen unter dem Maul. Bevor sie jedoch später den Kokon zerstören um wieder als Schmetterling daraus hervorzukrabbeln, werden sie durch Hitze abgetötet. Der Mensch bürstet die Kokons in warmem Wasser, bis der Anfang des Doppelfadens gefunden ist und haspelt ihn ab. Der etwa 1000 Meter lange Mittelteil, die Haspelseide, ist das wertvollste Stück, die inneren 2000 Meter reißen öfter und wandern in die Schappe- oder Bouretteseidenspinnerei. Für die Haspelseide wickelt man immer fünf bis 30 Kokons zugleich ab - diese nur leicht miteinander verwundenen Fäden sind bereits sehr stabil, man nennt sie Grège oder auch Ecru-Seide. Diese Rohseide ist beigefarbig und noch relativ glanzlos und hart, denn ihr haftet noch der so genannte Seidenleim oder -bast, das Serecin, an. Erst durch das Degummieren mit Seifenlauge wird sie geschmeidig, glänzend und zugleich heller - man erhält Souple-Seide oder Cuite-Seide. Allerdings wird sie dadurch auch leichter, was ein erheblicher Wertverlust ist, da sie nach Gewicht gehandelt wird. Also erschwert man sie wieder mit Metallsalzen wie Zinnchlorid, Natriumphosphat sowie Wasserglas oder mit Gerbstoffen oder einer Mixtur von beidem. Ist sie wieder gleich schwer wie zuvor, spricht man von Pari-Erschwerung. Zu sehr darüber hinaus erschwerte Seide wird spröde und weniger haltbar. Leider verliert die Edelfaser durch das Erschweren ihren typischen "Seidenschrei", das charakteristisch knirschende Geräusch beim Anfassen. Mit Ameisensäure gibt man es ihr zurück. Will man aus der Grège kettgeeignete Fäden machen, muss man sie zu Organsin oder Grenadine spinnen, für den Schuss spinnt man Trame. Stoffe, die in Kette und Schuss aus Haspelseide gewebt werden, nennt man auch "Japanseide". Als "Doupion" bezeichnet man Maulbeerseide aus Doppelkokons. "Percée" ist Seide von Kokons, aus denen der Schmetterling schon geschlüpft ist. Seide von missgeformten Kokons oder kranken Raupen heißt "Doppi" und zeigt Titerschwankungen. Zu guter Letzt sei noch auf ein paar Mankos der Edelfaser hingewiesen: Sie ist empfindlich gegen Säuren, Laugen, Hitze, Schweiß und UV-Licht. Übrigens: Seide war die erste Endlosfaser, das erste Filament, das der Mensch in die Hand bekam - und so das Vorbild für alle heutigen Chemiefaser-Filamente! |
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| Taft |
| Der Taft ist ein Edelstoff, obwohl er in der einfachsten aller Bindungen, der Leinwandbindung, gewebt wird - aber aus feinfädigen Filamentgarnen. Im besten und ursprünglichen Fall aus reiner Seide oder aber aus Kunstseide, wie zum Beispiel Acetat. Er hat immer einen matten und doch intensiven Glanz, der häufig, wenn man die Garnfarben mixt, auch noch changiert. Und er hat, da er sehr dicht gewebt wird, immer eine gewisse Steifigkeit, die bei jeder Berührung die typischen Taftknitterfalten zeigt. Manchmal wird dabei auch mit Appretur nachgeholfen. |
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| Tropical |
| Der Tropical ist ein ausgesprochen leichtes, luftdurchlässiges, leinwandbindiges Gewebe aus relativ hart gedrehten Zwirnen, vergleichbar dem Fresko, jedoch immer in Uni. Matt schimmernder Tropical aus Wolle gilt als sehr hochwertig, enorm reißfest und dabei knitterunempfindlich. |
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| Tweed |
| Der Tweed hat seinen Namen von dem lachsreichen Flüsschen Tweed in den schottischen Borders. Er wird aus kräftigen Woll-Streichgarnen immer in Köperbindung 2/2 gewebt, ist immer mélangiert und zeigt oftmals zusätzlich Noppen- oder Stichelhaar-Effekte. Echte schottische Tweeds sind meist nur kleingemustert und mehr oder weniger uni in erdnahen Farbtönen. Irischer Tweed ist dagegen farbintensiver und zum Teil auch großflächig gemustert. |
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| Viskose |
| Die Viskose zählt zu den Chemiefasern der "ersten Generation". Man spricht auch von "klassischen" Chemiefasern auf Zellulosebasis, denn das eigentliche Zellulose-Polymer der Viskose liegt schon fertig in der Natur vor, zum Beispiel in Holz - aber in die Form einer textilen Faser muss es erst noch durch den Einsatz von Chemie und Technik gebracht werden. Bereits 1865 hat der deutsche Chemiker Schützenberger die Möglichkeit der Gewinnung von Zellulose-Acetat aus Zellulose und Essigsäure-Anhydrid herausgefunden, 1892 entwickelten die englischen Chemikern Cross und Bevan das eigentliche Viskoseverfahren. Zunächst muss dafür auf die Zellulose aus den Spänen von Nadel- und Laubbaumholz oder Einjahrespflanzen gewonnen werden. Durch Natronlaugen wird sie zur krümeligen Alkalizellulose, dann durch Schwefelkohlenstoff zum Zellulose-Xanthogenat und wiederum durch Lösen in Natronlauge zu einer goldgelben, honigähnlichen Spinnflüssigkeit. Im Nass-Spinnverfahren presst man sie durch Düsen in ein Fällbad, wo sie augenblicklich koagulieren, das heißt zu Filamentfasern erstarren, die dann verstreckt und aufgespult werden können. Will man Spinnfasern, werden sie noch nass in Stapel geschnitten. Je nach Feinheit, Querschnitt, Kräuselung oder nicht kann man den Viskose-Fasern recht unterschiedliche Eigenschaften geben, sie können als B- und W-Typen der Baumwolle oder der Wolle ähnlich produziert werden. Generell ist Viskose rein von Verunreinigungen, weiß, weich, schmiegsam, seidig glänzend, hervorragend zu färben aber nicht sehr nassfest, das heißt sie sollte behutsam gewaschen werden. |
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| Wildseiden |
| Wildseiden werden im Gegensatz zur Maulbeerseide von wild lebenden Nachtschmetterlingen gesponnen, die man nicht züchtet. So stammt zum Beispiel die bekannteste und beliebteste Wildseide, die Tussahseide, von einem Eichenspinner. Wildseiden können meist nicht vom Kokon abgehaspelt sondern müssen wie Spinnfasern versponnen werden. Sie sind daher nicht so fein und glatt, ziemlich unregelmäßig geflammt, rauher, härter und weniger glanzreich als Maulbeerseide - aber unempfindlicher gegen Säuren und Laugen. Gewebe aus deutlich geflammten Wildseidengarnen in Kette und Schuss nennt man "Shantung", besteht die Kette aus Maulbeerseide und nur der Schuss aus Wildseide, spricht man von "Honan" - jeweils benannt nach den chinesischen Provinzen ihres Ursprungs. |
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| Wolle |
| Mit Wolle meint man eigentlich die Schafwolle, aber auch bei den Edelhaaren spricht man immer wieder von Wolle. Bereits 9000 Jahre vor Christi Geburt gab es Schafherden, das Schaf war das erste Haustier des eben sesshaft gewordenen Menschen. So gilt die Schafwolle als eine der ältesten Textilfasern überhaupt. Schnell hatte man ihre Fähigkeit zu verfilzen entdeckt und produzierte Filz, in der Bronzezeit begann man, Wolle zu verspinnen und zu verweben. Heute weiden die größten Herden in Australien, Neuseeland, China und der ehemaligen Sowjetunion. Die feinsten Wollen "liefern" das Merino- und das Comeback-Schaf. Die Haare der Crossbread-Schafe sind schon etwas gröber, die derbsten Qualitäten kommen von den Cheviot-Schafen. Um die Wolle zu gewinnen, werden die Tiere regelmäßig geschoren. Das besonders weiche und feine Haar der ersten Schur eines etwa sechs Monate alten Lammes bezeichnet man als "Lammwolle", die Schur einjähriger Schafe heißt dagegen "Jährlingswolle". "Vollschur" nennt man die einmal pro Jahr geschorene Wolle, wird zweimal im Jahr geschoren spricht man von "Zweischurwolle". Der Begriff Reine Schurwolle ist vom Internationalen Wollsekretariat IWS geschützt und lizensiert und darf nur für vom lebenden Schaf geschorene Wolle verwendet werden. Nach der Schur werden die Wollen nach Herkunft, Schafrasse und Körperpartie des Schafes, Feinheit, Kräuselung und Faserlänge sortiert und klassifiziert. Bevor sie anschließend in die Streichgarn- oder Kammgarn-Spinnerei wandern werden sie noch gewaschen, um Schweiß und das Wollfett Lanolin zu entfernen und mit Schwefelsäure karbonisiert, um andere Schmutzteilchen zu lösen. Aufgrund ihrer natürlichen, aus Eiweiß aufgebauten Faserstruktur besitzt Schurwolle eine einzigartige Eigenschaftenkombination: Sie ist dehnbar und elastisch und deshalb so gut wie knitterfrei, sehr schmiegsam und wärmehaltend, schmutzabweisend, unempfindlich gegen Säuren, nicht elektrostatisch, relativ schwer entflammbar und durch Wärme, Druck und Feuchtigkeit dauerhaft verformbar, zum Beispiel als Plissee. Sie kann ein Drittel ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Aber: Wolle ist nicht sehr reißfest, empfindlich gegen (Wasch-)Laugen und besonders anfällig gegen Mottenfraß. Schafwolle kann zu nahezu allen Arten von Geweben und Gewirken verarbeitet werden - vom feinen Dekostoff bis zum Plüsch oder derberen Bezugsstoffen. |
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| Ziegenhaar |
| Ziegenhaar ist sehr derb und fällt im Gegensatz zu den Edelhaaren unter die Klasse "grobe Tierhaare". Obwohl es im Wesentlichen die Eigenschaften von Wolle besitzt und extrem strapazierfähig ist, erweist es sich für die meisten Garn- und Stofftypen als zu kratzbürstig. Als so genanntes Schur- oder Gerberhaar wird Ziegenhaar zumeist nur für Einlagenstoffe oder Teppichwollen verarbeitet. |
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